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Ulcus cruris: Die verschiedenen Arten des „offenen Beins“

 

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Ein Ulcus cruris – auch als „offenes Bein“ bekannt – ist eine Wunde am Unterschenkel, die nicht von allein heilt. Viele Betroffene fragen sich: Warum schließt sich die Wunde nicht? Warum kommt sie immer wieder? Die Antwort liegt oft in der Durchblutung der Beine. Wenn das Blut nicht richtig fließt, kann das Gewebe nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden – die Haut wird dünn und verletzlich.

Doch nicht alle Ulcera haben die gleiche Ursache. Manche entstehen durch eine Venenschwäche, andere durch verengte Arterien. Die Behandlung hängt davon ab, welche Form des Ulcus Cruris vorliegt.

In diesem Artikel erfährst du, welche Arten es gibt, woran du sie erkennst, welche Behandlungsmöglichkeiten helfen und wie die Wundprofis by medical Betroffene unterstützen können!

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Welche Arten von Ulcus cruris gibt es?

Ein „offenes Bein“ kann durch verschiedene Erkrankungen der Blutgefäße entstehen. Die drei häufigsten Formen sind:

  • Ulcus cruris venosum – verursacht durch eine Venenschwäche
  • Ulcus cruris arteriosum – entsteht durch Durchblutungsstörungen in den Arterien
  • Ulcus cruris mixtum – eine Kombination aus beiden Ursachen

Jede dieser Formen hat unterschiedliche Symptome und benötigt eine speziell angepasste Behandlung.

Ulcus cruris venosum – Das häufigste „offene Bein“

Das Ulcus cruris venosum ist die häufigste Form und entsteht durch eine Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz, CVI). Die Venen transportieren das Blut nicht mehr richtig zurück zum Herzen. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit in den Beinen, das Gewebe wird geschädigt, und es entstehen schlecht heilende Wunden.

Typische Symptome

  • Die Wunde befindet sich meist an der Innenseite des Unterschenkels
  • Braune Hautverfärbungen durch eingelagerte Blutbestandteile
  • Die Haut spannt, juckt oder fühlt sich schwer an
  • Die Wunde ist oft nässend und wenig schmerzhaft

Behandlung

Das Wichtigste bei der Behandlung eines Ulcus cruris venosum ist, den Blutfluss zu verbessern. Das kann man zum Beispiel durch:

  • Kompressionstherapie mit Bandagen oder speziellen Strümpfen, um den Blutstau zu verringern
  • Bewegung und Hochlagern der Beine, um den Rückfluss des Blutes zu unterstützen
  • Feuchte Wundversorgung, um die Wunde sauber zu halten und die Heilung zu fördern

Ohne Behandlung kann sich die Wunde vergrößern und immer wieder auftreten.

 

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Ulcus cruris arteriosum – Wenn die Arterien betroffen sind

Beim Ulcus cruris arteriosum liegt das Problem in den Arterien. Sie sind verengt oder blockiert (z. B. durch Arteriosklerose), sodass zu wenig sauerstoffreiches Blut die Beine erreicht. Das Gewebe leidet unter einem Nährstoffmangel, und Wunden heilen nur schlecht oder gar nicht.

Typische Symptome

  • Wunden befinden sich oft an Zehen, Fersen oder Fußrändern
  • Blasse, kühle Haut, da die Durchblutung eingeschränkt ist
  • Starke Schmerzen, besonders beim Gehen oder in Ruhe (nachts)
  • Die Wunde ist oft trocken, mit harten, schwarzen Krusten

Behandlung

Bei einem arteriellen Ulcus cruris ist eine Kompressionstherapie meist ungeeignet, da sie die Durchblutung weiter einschränken könnte. Stattdessen muss der Blutfluss verbessert werden:

  • Gefäßmedizinische Behandlung (z. B. Gefäßerweiterung durch einen Katheter oder Bypass-Operation)
  • Medikamente zur Durchblutungsförderung
  • Risikofaktoren reduzieren: Rauchen aufgeben, Blutdruck und Blutzucker kontrollieren
  • Wundversorgung mit feuchten Wundauflagen, um die Heilung zu unterstützen

Ein unbehandeltes Ulcus cruris arteriosum kann sich verschlimmern und im schlimmsten Fall zu einer Amputation führen.

Ulcus cruris mixtum – Die Mischform

Das Ulcus cruris mixtum ist eine Kombination aus venösen und arteriellen Durchblutungsstörungen. Es ist besonders schwierig zu behandeln, da sowohl der Blutstau in den Venen als auch die schlechte Durchblutung durch die Arterien berücksichtigt werden müssen.

Typische Symptome

  • Wunden an unterschiedlichen Stellen des Beins
  • Schmerzen, die sich bei Hochlagern oft verschlimmern
  • Schwellungen kombiniert mit blasser oder verfärbter Haut

Behandlung

Hier ist eine individuelle Therapie nötig:

  • Eine leichte Kompressionstherapie, wenn die Arterien noch ausreichend durchblutet sind
  • Medikamentöse Behandlung zur Gefäßerweiterung
  • Wundversorgung mit feuchten Wundauflagen, um Infektionen zu vermeiden

Da diese Form komplexer ist, sollte sie immer von Fachkräften begleitet werden! Unsere Wundprofis by medical können dich bei einem offenen Bein unterstützen.

 

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Wann solltest du ärztlichen Rat suchen?

Ein Ulcus Cruris heilt nicht von allein. Falls du eine nicht heilende Wunde, starke Schmerzen oder Hautveränderungen bemerkst, solltest du dringend einen Arzt oder einen Wundmanager aufsuchen.

Eine frühzeitige Behandlung verhindert, dass sich die Wunde verschlimmert oder chronisch wird.

Fazit: Ulcus cruris kann verschiedene Ursachen haben

Ein Ulcus cruris ist eine ernstzunehmende Wunde, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Während das Ulcus cruris venosum durch eine Venenschwäche entsteht, ist das Ulcus cruris arteriosum die Folge einer schlechten arteriellen Durchblutung. Das Ulcus cruris mixtum kombiniert beide Ursachen und macht die Behandlung komplexer.

Die richtige Diagnose ist entscheidend für die passende Therapie – von Kompressionstherapie und Bewegung bis hin zu speziellen Wundauflagen und gefäßmedizinischen Eingriffen. Mit einer professionellen Versorgung von unseren Wundprofis kann das Ulcus Cruris geheilt und erneuten chronischen Wunden vorgebeugt werden.

Häufig gestellte Fragen zum offenen Bein

Ein Ulcus cruris ist eine chronische Wunde am Unterschenkel, die über längere Zeit nicht abheilt. Ursache sind meist Durchblutungsstörungen in den Venen oder Arterien, wodurch die Haut nicht ausreichend versorgt wird.

Man unterscheidet drei Formen:


das Ulcus cruris venosum (durch Venenschwäche),
das Ulcus cruris arteriosum (durch arterielle Durchblutungsstörungen)
und das Ulcus cruris mixtum, eine Kombination aus beiden Ursachen.

Ein venöses Ulcus cruris befindet sich meist an der Innenseite des Unterschenkels. Die Haut ist oft verfärbt, geschwollen und die Wunde nässt. Schmerzen sind meist gering, dafür tritt häufig ein Schweregefühl in den Beinen auf.

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Beim venösen Ulcus cruris steht die Kompressionstherapie im Vordergrund. Beim arteriellen Ulcus cruris muss zuerst die Durchblutung verbessert werden. In allen Fällen ist eine fachgerechte Wundversorgung entscheidend.

Sobald eine Wunde am Bein nicht innerhalb weniger Wochen heilt, sich vergrößert oder Schmerzen verursacht, sollte ärztlicher oder wundfachlicher Rat eingeholt werden. Eine frühe Behandlung kann schwere Komplikationen verhindern.