Wenn ein Angehöriger im Pflegeheim eine chronische oder schwer heilende Wunde hat, arbeiten häufig mehrere Menschen hinsichtlich einer bestmöglichen Versorgung zusammen. Pflegefachkräfte begleiten deinen Angehörigen im Alltag, der behandelnde Arzt übernimmt die medizinische Betreuung und bei Bedarf können spezialisierte Wundexperten zusätzliche Expertise einbringen. Auch du kannst als Angehöriger unterstützen: indem du Veränderungen weitergibst, Fragen stellst und im Austausch mit den beteiligten Fachkräften bleibst. So können Veränderungen der Wunde oder auch allgemeine Veränderungen im Verhalten oder Wohlbefinden früh erkannt und die Versorgung bei Bedarf gemeinsam angepasst werden.
Wundversorgung im Pflegeheim: Wer kümmert sich um was?
Schwer heilende Wunden brauchen häufig eine langfristige und gut abgestimmte Versorgung. Im Pflegeheim sind die Pflegefachkräfte dabei wichtige Ansprechpartner, denn sie erleben den Bewohner regelmäßig und können Veränderungen der Wundheilung wahrnehmen.
Je nach Wundsituation sind neben dem behandelnden Arzt auch weitere medizinische Fachkräfte beteiligt. Bei komplexen oder schwer heilenden Wunden kann zusätzlich, wenn gewünscht, ein externer spezialisierter Wundexperte unterstützen.
Das bedeutet: Gute Wundversorgung ist Teamarbeit.
Dabei geht es nicht nur darum, einen Verband zu wechseln. Auch die Entwicklung der Wunde, Schmerzen, Mobilität, Ernährung, Grunderkrankungen, die mentale Gesundheit und die Haut rund um die Wunde spielen eine Rolle.
Gerade bei chronischen Wunden kann es deshalb sinnvoll sein, unterschiedliche Fachkompetenzen miteinander zu verbinden.
Warum kann sich eine Wunde trotz Versorgung verändern?
Eine Wunde entwickelt sich nicht jeden Tag gleich. Manchmal sieht sie über längere Zeit stabil aus und verändert sich dann innerhalb weniger Tage. Dafür gibt es viele mögliche Gründe.
Bei einem Dekubitus spielt beispielsweise die Druckbelastung eine wichtige Rolle. Bei einem „offenen Bein“ können venöse oder arterielle Erkrankungen oder gar eine falsche Kompressionstherapie die Heilung beeinflussen. Menschen mit Diabetes haben wiederum ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen aufgrund eines „gestörten Zuckerhaushaltes“ im Körper.
Auch der allgemeine Gesundheitszustand kann Auswirkungen haben. Eine schwerwiegende Herz-Kreislauferkrankung, weniger Bewegung, eine veränderte oder eiweißarme Ernährung oder neue Medikamente können sich auf die Wundheilung auswirken.
Deshalb bedeutet eine Veränderung nicht, dass die bisherige eigentliche Wundversorgung oder Wundverband schlecht war.
Viel wichtiger ist die Frage: Muss die Wundversorgung jetzt an die neue Situation angepasst werden und wie hoch ist die tatsächliche Auswirkungen der veränderten Grunderkrankung auf die Wundheilung?
Genau deshalb werden chronische Wunden regelmäßig beurteilt und ihr Verlauf dokumentiert! Unsere Wundprofis by medical können Dich und deinen Angehörigen im Pflegeheim dabei unterstützen!
Du bemerkst eine Veränderung? Sprich sie einfach an
Angehörige sehen Bewohner häufig mit einem anderen Blick als Pflegefachkräfte. Vielleicht fällt Dir beim Besuch etwas auf, das Dir neu vorkommt.
Das kann zum Beispiel eine Veränderung der Haut rund um die Wunde sein. Vielleicht erzählt dein Angehöriger auch von neuen Schmerzen oder du bemerkst, dass er sich anders bewegt als sonst.
Solche Beobachtungen kannst du einfach an die Pflegefachkräfte des Wohnbereiches oder an die Wundmanager des Heimes weitergeben.
Du könntest beispielsweise sagen:
„Mir ist heute aufgefallen, dass die Haut rund um die Wunde etwas anders aussieht. Ist euch das auch schon aufgefallen?“
So entsteht ein Austausch, ohne dass Du selbst beurteilen musst, was hinter der Veränderung steckt.
Vielleicht ist die Entwicklung bereits bekannt und die Wundversorgung wurde angepasst. Vielleicht ist eine ärztliche Kontrolle geplant, oder Deine Beobachtung liefert eine zusätzliche Information, die für die weitere Versorgung hilfreich sein kann.
Welche Veränderungen solltest du ansprechen?
Du musst als Angehöriger keine Wunde medizinisch beurteilen können. Trotzdem gibt es Veränderungen, die Du weitergeben solltest.
Dazu gehören beispielsweise eine zunehmende Rötung oder Schwellung, deutlich mehr Wundflüssigkeit, ein neuer Geruch oder geäußerte, stärkere Schmerzen. Auch wenn Dein Angehöriger plötzlich weniger mobil ist, eine bestimmte Körperstelle stärker entlastet oder insgesamt gesundheitlich angeschlagen wirkt, kann diese Information für die Wundversorgung relevant sein.
Besonders bei chronischen Wunden zählt deshalb nicht nur das Aussehen der Wunde selbst. Die gesamte gesundheitliche Situation des Menschen spielt eine Rolle.
Wie unterstützen die Wundprofis im Pflegeheim?
Unsere Wundprofis by medical arbeiten auch mit Pflegeeinrichtungen zusammen! Dabei verstehen wir uns als ergänzender Partner in der bestehenden Versorgung.
Unsere Wundexperten bringen ihre Spezialwissen bezogen auf die chronischen und schwer heilenden Wunden ein und stimmen sich mit den beteiligten Pflegefachkräften und behandelnden Ärzten ab.
Wir unterstützen beispielsweise bei der Beurteilung der Wundsituation, dokumentieren den Verlauf und begleiten die Auswahl einer passenden Wundversorgung. Dies erfolgt immer nur mit der Zustimmung des Betroffenen oder dessen Betreuers.
Das Pflegepersonal bleibt dabei ein wichtiger Teil der Versorgung. Denn die Mitarbeiter vor Ort kennen den Bewohner, seinen Alltag und seine individuellen Bedürfnisse besonders gut.
Genau diese Zusammenarbeit ist für eine gute Wundversorgung entscheidend: Pflegefachkräfte, Ärzte, Wundexperten, Bewohner und Angehörige bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen.
Wenn Du Dir für deinen Angehörigen zusätzliche wundfachliche Unterstützung wünschst, kannst Du Dich gerne an unsere Wundprofis wenden. Gemeinsam schauen wir, welche Unterstützung möglich und sinnvoll ist und wie wir uns in die bestehende Versorgung, in Abstimmung mit der Einrichtung, integrieren können.
So kannst Du als Angehöriger die Wundversorgung unterstützen
Du musst die Wundversorgung nicht selbst übernehmen, um einen wichtigen Beitrag zu leisten! Hilfreich ist vor allem ein regelmäßiger Austausch mit den beteiligten Fachkräften.
Du kannst beispielsweise nachfragen, wie sich die Wunde entwickelt, welches Ziel die aktuelle Versorgung verfolgt und ob es Dinge gibt, bei denen Du deinen Angehörigen zusätzlich unterstützen kannst.
Das kannst Du im Gespräch klären:
- Wie entwickelt sich die Wunde aktuell?
- Gibt es Veränderungen, auf die besonders geachtet wird?
- Welche Fachkräfte sind an der Versorgung beteiligt?
- Gibt es regelmäßige Kontrollen?
- Welche Rolle spielen Bewegung oder Druckentlastung?
- Gibt es etwas, was ich als Angehöriger zusätzlich unterstützen kann?
- An wen kann ich mich bei Fragen zur Wunde wenden?
So erhältst du einen besseren Überblick, ohne selbst die Verantwortung für die professionelle Wundversorgung übernehmen zu müssen.
Was solltest Du als Angehöriger nicht selbst machen?
Auch wenn Du helfen möchtest, solltest Du eine bestehende Wundversorgung nicht eigenständig verändern.
Verwende keine zusätzlichen Salben, Cremes, Desinfektionsmittel oder Hausmittel, ohne dies vorher mit den Fachkräften oder dem Arzt abzustimmen. Auch Wundauflagen sollten nicht eigenständig ausgetauscht oder Beläge von der Wunde entfernt werden.
Der Grund ist einfach: Die verwendeten Materialien werden passend zur jeweiligen Wundsituation ausgewählt. Ein Produkt, das bei einer Wunde sinnvoll ist, kann bei einer anderen ungeeignet sein. Wenn du eine Idee oder Frage zur Versorgung hast, sprich sie deshalb mit den Fachkräften oder dem behandelnden Arzt ab.
Wann kann zusätzliche wundfachliche Unterstützung sinnvoll sein?
Chronische und schwer heilende Wunden können sehr komplex sein. Deshalb kann es Situationen geben, in denen zusätzliche Spezialwissen hilfreich ist. Das bedeutet nicht, dass die bisherige Versorgung ersetzt werden muss!
Ein spezialisierter Wundexperte kann, wenn gewünscht, somit Teil des bestehenden Versorgungsteams werden. Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn eine Wunde schon lange besteht, sich die Wundsituation verändert oder besondere Herausforderungen bei der Auswahl der Wundmaterialien bestehen.
Auch wenn mehrere Erkrankungen gleichzeitig die Wundheilung beeinflussen, kann zusätzliche wundfachliche Expertise hilfreich sein.
Gemeinsam für eine gute Wundversorgung
Eine chronische Wunde kann sich im Laufe der Zeit immer wieder verändern. Das gehört zu den Herausforderungen, die eine langfristige Wundversorgung mit sich bringt.
Entscheidend ist deshalb vor allem eine gute Zusammenarbeit.
Pflegefachkräfte begleiten deinen Angehörigen im Alltag, Ärzte übernehmen die medizinische Behandlung und spezialisierte Wundexperten können bei Bedarf zusätzliche Expertise einbringen. Als Angehöriger kannst Du ebenfalls unterstützen, beispielsweise indem Du Beobachtungen weitergibst und Fragen offen ansprichst. So müssen nicht einzelne Beteiligte die gesamte Verantwortung tragen. Stattdessen entsteht ein gemeinsames Versorgungsnetz rund um den Menschen mit der Wunde.
Unsere Wundprofis by medical unterstützen Pflegeeinrichtungen, behandelnde Ärzte, Bewohner und Angehörige dabei mit spezialisierter Wundexpertise. Gemeinsam kann die Versorgung regelmäßig überprüft und an die aktuelle Wundsituation angepasst werden.
Häufige Fragen zur Wundversorgung bei Angehörigen im Pflegeheim
Natürlich. Wenn Du Fragen zur Entwicklung der Wunde deines Angehörigen hast, kannst Du diese mit den zuständigen Pflegefachkräften besprechen. Ein offener Austausch kann dabei helfen, die Versorgung und die nächsten Schritte besser zu verstehen.
Nein. Chronische Wunden können sich trotz professioneller Versorgung verändern. Grunderkrankungen, Durchblutung, Druck, Mobilität, Infektionen und der allgemeine Gesundheitszustand können den Verlauf beeinflussen.
Ja, je nach individueller Situation können spezialisierte Wundexperten ergänzend in die bestehende Versorgung eingebunden werden. Die Zusammenarbeit erfolgt dabei gemeinsam mit der Pflegeeinrichtung und dem behandelnden Arzt unter Zustimmung des Betroffenen oder seines Betreuers.
Sprich deine Beobachtung am besten direkt bei den zuständigen Pflegefachkräften an. Sie können einordnen, ob die Veränderung bereits bekannt ist und welche weiteren Schritte gegebenenfalls vorgesehen sind.
Nein! Unsere Wundprofis verstehen sich als ergänzende Spezialisten für chronische und schwer heilende Wunden. Wir arbeiten gemeinsam mit Pflegefachkräften und behandelnden Ärzten, bringen unsere wundfachliche Expertise in die bestehende Versorgung ein und beraten alle am Prozess Beteiligten.