Ein Dekubitus – auch Druckgeschwür genannt – entsteht, wenn jemand über längere Zeit an derselben Stelle liegt oder sitzt. Besonders betroffen sind pflegebedürftige Menschen.
Die gute Nachricht: Ein Dekubitus ist in vielen Fällen vermeidbar und gut behandelbar, wenn er früh erkannt wird. Als Angehöriger kannst du viel dazu beitragen, Druckstellen zu verhindern. Sobald jedoch eine offene Wunde entsteht oder sich die Situation verschlechtert, sollte professionelle Wundversorgung eingeschaltet werden!
Was ist ein Dekubitus?
Ein Dekubitus ist eine Wunde, die durch anhaltenden Druck auf die Haut entsteht. Dieser Druck verhindert, dass das Gewebe ausreichend durchblutet wird. Dadurch wird die Haut geschädigt und kann im weiteren Verlauf absterben. Auch durch Scherkräfte, die die die Durchblutung beeinträchtigen, kann das Gewebe beschädigt werden.
Typische Körperstellen sind:
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- Fersen
- Kreuz- / Steißbein
- Hüfte
- Rücken
- Knöchel
Ein Dekubitus entsteht oft schleichend und wird im Alltag zunächst übersehen. Gerade deshalb ist Aufmerksamkeit so wichtig!
Warum entsteht ein Dekubitus so schnell?
Viele Angehörige sind überrascht darüber, wie schnell sich Druckstellen entwickeln können. In manchen Fällen reichen schon wenige Stunden, wenn eine Person sich nicht selbst bewegen kann.
Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn:
-
- sich dein Angehöriger kaum bewegen kann
- längere Zeit in derselben Position liegt oder sitzt
- die Haut empfindlich oder vorgeschädigt ist
Weitere Faktoren können sein:
-
- hohes Alter
- geschwächter Allgemeinzustand
- Mangelernährung
- Feuchtigkeit auf der Haut
- chronische Erkrankungen
Gerade in der häuslichen Pflege fehlen oft feste Abläufe, wodurch Druckstellen schneller entstehen können.
Wie erkenne ich einen Dekubitus frühzeitig?
Früherkennung ist der wichtigste Schritt, um einen Dekubitus zu verhindern.
Achte auf folgende Anzeichen:
-
- gerötete Hautstellen, die nicht verschwinden und nicht wegdrückbar sind
- Druckempfindlichkeit
- verhärtete oder überwärmte Haut
- Verfärbungen
- kleine Hautverletzungen
Ein wichtiges Signal ist:
Wenn die Rötung auch nach Entlastung bestehen bleibt, handelt es sich nicht mehr um eine harmlose Druckstelle.
In diesem frühen Stadium kann ein Dekubitus manchmal noch verhindert werden!
Dekubitus verhindern – was du konkret tun kannst
Als Angehöriger kannst du aktiv dazu beitragen, dass Druckstellen gar nicht erst entstehen.
1. Regelmäßiges Umlagern
Das Umlagern der pflegebedürftigen Person ist die wichtigste Maßnahme.
Das bedeutet:
-
- Position regelmäßig verändern
- Druck von gefährdeten Stellen nehmen
- verschiedene Lagerungshilfmittel nutzen (keine Sitzringe!)
2. Haut täglich kontrollieren
Kontrolliere die Haut regelmäßig, am besten morgens und abends.
Achte besonders auf:
-
- Rötungen
- Veränderungen
- empfindliche Stellen (Zehen, Ferse, Fußsohle und auch Ohren)
3. Druck gezielt reduzieren
Hilfsmittel können dabei unterstützen, den Druck zu reduzieren oder gleichmäßig zu verteilen. Dazu gehören zum Beispiel:
-
- spezielle Matratzen
- Sitzkissen
- Lagerungshilfen
4. Hautpflege beachten
Die Haut sollte immer:
-
- sauber
- trocken
- geschützt und gepflegt sein
Zu viel Feuchtigkeit oder Reibung kann die Haut zusätzlich schädigen, was zur schnelleren Bildung von Wunden führen kann.
5. Bewegung fördern
Wenn möglich, unterstütze deinen Angehörigen dabei, sich zu bewegen. Auch kleine Bewegungen im Alltag können dabei helfen, den Druck zu reduzieren.
Typische Alltagssituationen – worauf du achten solltest
Im Alltag entstehen Druckstellen oft unbemerkt.
Typische Situationen sind:
-
- langes Liegen ohne Positionswechsel
- Sitzen im Rollstuhl über mehrere Stunden
- Müdigkeit oder Schwäche
- Krankenhausaufenthalte
- Zu enge Schuhe (gerade bei Diabetikern)
Ein häufiger Fehler ist, dass Angehörige im Alltag stark eingespannt sind und Umlagerungen vergessen werden. Deshalb helfen hier am besten feste Routinen.
Ein einfacher Tagesablauf zur Vorbeugung
Dieser Ablauf dient als Beispiel und kann dir Orientierung geben. Er ersetzt nicht medizinischen Rat!
Morgens
-
- Haut kontrollieren
- Position verändern
- auf Hautzustand achten
Tagsüber
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- regelmäßige Umlagerung (circa alle 2 Stunden oder nach Bedarf)
- Bewegung fördern
- Druckstellen im Blick behalten
Abends
-
- Haut erneut kontrollieren
- auffällige Stellen beobachten
- Veränderungen dokumentieren
Es geht nicht darum, alles perfekt zu machen, sondern regelmäßig aufmerksam zu bleiben.
Was tun, wenn sich eine Druckstelle entwickelt?
Wenn du eine Veränderung bemerkst, solltest du sofort reagieren.
1. Druck sofort entlasten
Die betroffene Stelle darf nicht weiter belastet werden.
2. Haut beobachten
Achte darauf, ob sich die Stelle verbessert oder verschlechtert.
3. Arzt kontaktieren
Ein Arzt kann den Schweregrad einschätzen und die Behandlung einleiten. Außerdem kann er dir dabei helfen, Kontakt zu einem professionellen Wundmanager aufzunehmen, falls das notwendig ist.
Wann wird ein Dekubitus gefährlich?
Ein Dekubitus kann sich schnell verschlechtern, besonders wenn er unbehandelt bleibt.
Warnzeichen sind:
-
- offene Hautstellen
- Nässen oder unangenehmer Geruch
- zunehmende Schmerzen
- dunkle Verfärbungen
- tiefere Wunden
In diesen Fällen solltest du nicht abwarten.
Wann solltest du Wundprofis einschalten?
Das ist eine der wichtigsten Fragen für Angehörige.
Du solltest professionelle Wundversorgung nach ärztlich Absprache einschalten, vor allem wenn:
-
- die Haut offen ist
- sich die Wunde verschlechtert
- keine Verbesserung sichtbar ist
- regelmäßige Versorgung notwendig ist
- du unsicher bist
Ein Dekubitus ist eine komplexe Wunde, die eine strukturierte Versorgung und Pflege braucht.
Dekubitus zu Hause behandeln – was bedeutet das konkret?
Die Versorgung kann direkt zu Hause stattfinden.
Das umfasst:
-
- genaue Einschätzung der Wunde
- Auswahl geeigneter Wundauflagen
- regelmäßige Versorgung
- Dokumentation des Verlaufs
- Anpassung der Behandlung
Wir unterstützen dich dabei:
-
- die Versorgung zu organisieren
- die Behandlung zu übernehmen
- den Kontakt zum Arzt zu halten
Das entlastet dich im Alltag und gibt euch Sicherheit.
Typische Fehler in der häuslichen Pflege
Viele Angehörige machen aus Unsicherheit Fehler.
Häufige Probleme sind:
-
- zu seltenes Umlagern
- nicht ausreichendes Lagerungshilfsmittel
- Druckstellen werden zu spät erkannt
- unregelmäßige Versorgung
- zu langes Abwarten
- fehlende Unterstützung
Diese Fehler können dazu führen, dass sich ein Dekubitus deutlich verschlechtert.
Was passiert, wenn ein Dekubitus nicht behandelt wird?
Ein unbehandelter Dekubitus kann schwerwiegende Folgen haben:
-
- die Wunde wird größer
- Gewebe kann absterben
- Infektionen entstehen, bis hin zur Sepsis
- Schmerzen nehmen zu
- der Pflegeaufwand steigt
Für den Alltag bedeutet das, mehr Belastung, Unsicherheit und mehr Verantwortung.
Die emotionale Belastung für Angehörige
Pflege ist nicht nur körperlich, sondern auch emotional herausfordernd. Viele Angehörige fühlen sich überfordert, unsicher und allein mit der Situation. Das ist verständlich.
Wichtig ist:
Du musst diese Verantwortung nicht allein tragen. Unsere ausgebildeten Wundmanager unterstützen dich und deinen Betroffenen gerne mit viel Empathie, Wissen und Expertise!
Fazit: Dekubitus früh erkennen und richtig handeln
Ein Dekubitus entsteht oft schleichend, kann aber schwerwiegende Folgen haben.
Wichtig ist:
-
- früh erkennen
- Druck und Scherkräfte vermeiden
- konsequent handeln
- professionelle Hilfe nutzen
So kannst du aktiv dazu beitragen, dass sich die Situation nicht verschlechtert. Wenn du merkst, dass du unsicher bist oder die Versorgung zu Hause zur Herausforderung wird, musst du diesen Weg nicht allein gehen. Unsere Wundprofis by medical unterstützen dich und deinen Angehörigen kostenfrei mit strukturierter, fachgerechter Wundversorgung direkt im häuslichen Umfeld. Wir übernehmen die Organisation, stimmen uns mit dem Arzt ab und sorgen dafür, dass die Versorgung sicher und regelmäßig erfolgt. So bekommst du Entlastung im Alltag und dein Angehöriger die Unterstützung, die er jetzt braucht.
Häufig gestellte Fragen
Ein Dekubitus ist eine Wunde, die durch dauerhaften Druck oder Scherkräfte die auf das Gewebe einwirken, entsteht. Häufig zu sehen am Kreuzbein, der Hüfte oder an den Fersen.
Durch regelmäßiges Umlagern, Hautkontrolle und Druckentlastung.
Sobald sich eine Druckstelle entwickelt oder sich die Haut sichtbar verändert.
Ja, aber nicht unbedingt allein! Bei offenen Wunden sollte immer professionelle Unterstützung erfolgen.
Sobald eine offene Wunde besteht, sie sich etwas verschlechtert oder Unsicherheit besteht.
In manchen Fällen kann er bereits innerhalb weniger Stunden entstehen, wenn dauerhaft Druck auf eine Stelle wirkt.