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IAD erkennen und behandeln: Was hilft bei wundem Po durch Inkontinenz

 

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Wund am Po durch Inkontinenz: Was bei einer IAD wirklich hilft


Eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD) ist eine Hautschädigung, die durch den wiederholten Kontakt mit Urin oder Stuhl entsteht. Die Haut wird rot, wund, schmerzhaft und kann sogar offene Stellen entwickeln. Anders als ein Dekubitus entsteht eine IAD nicht durch Druck, sondern durch Feuchtigkeit und Hautreizungen. Auch die Körperstelle, an der die Wunde auftritt, unterscheidet sich vom normalen Druckgeschwür. Je früher die Haut geschützt und richtig versorgt wird, desto besser sind die Heilungschancen.

Was ist eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis (IAD)?

Als Inkontinenz bezeichnet man den unfreiwilligen Verlust von Urin (Harninkontinenz) oder Stuhl (Stuhlinkontinenz). Unter einer Dermatitis versteht man eine Entzündung der obersten Schichten der Haut.

Viele Angehörige kennen diesen Moment: Beim Waschen oder Wechseln der Inkontinenzversorgung fällt plötzlich auf, dass die Haut am Gesäß, im Intimbereich oder zwischen den Hautfalten stark gerötet ist. Vielleicht wirkt die Haut glänzend, feucht oder sogar wund. Manchmal klagen Betroffene über Brennen oder Schmerzen. Andere können ihre Beschwerden gar nicht mehr äußern, zeigen aber Unruhe oder wehren sich plötzlich gegen die Körperpflege.

Oft kommen sofort Zweifel und Scham auf: „Habe ich etwas falsch gemacht?“

Die Antwort lautet in den meisten Fällen: Nein.

Eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis, kurz IAD, kann selbst dann entstehen, wenn Angehörige sich große Mühe bei der Pflege geben. Sie gehört zu den häufigsten Hautproblemen bei pflegebedürftigen Menschen mit Inkontinenz und wird dennoch oft unterschätzt.

Bei einer IAD wird die natürliche Schutzbarriere der Haut dauerhaft durch Feuchtigkeit belastet. Urin und Stuhl greifen die Haut an, verändern den natürlichen pH-Wert der Haut und machen sie anfälliger für Entzündungen. Die Haut verliert ihre Widerstandskraft und reagiert mit Rötungen, Schmerzen und Hautschäden.

Warum entsteht eine IAD überhaupt?

Unsere Haut besitzt normalerweise eine natürliche Barriere (Säureschutzmantel). Sie schützt den Körper vor Keimen, Feuchtigkeit und äußeren Einflüssen.

Kommt die Haut jedoch regelmäßig mit Schweiß, Urin oder Stuhl in Kontakt, gerät dieses Schutzsystem aus dem Gleichgewicht.

Besonders problematisch ist dabei die Kombination aus:

    • Feuchtigkeit (auch Schweiß)
    • Wärme
    • Reibung
    • empfindlicher Haut

Gerade bei älteren Menschen regeneriert sich die Haut deutlich langsamer als bei jüngeren Menschen. Sie wird dünner, trockener und verletzlicher.

Hinzu kommt, dass viele Betroffene zusätzlich unter Erkrankungen leiden, die die Hautgesundheit beeinträchtigen können. Dazu gehören beispielsweise Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder eine eingeschränkte Mobilität.

Die Haut wird dadurch immer anfälliger für Schäden. Was zunächst mit einer leichten Rötung beginnt, kann sich innerhalb weniger Tage zu einer schmerzhaften Hautentzündung entwickeln.

Wie erkennst Du eine IAD?

Eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis entwickelt sich häufig schleichend. Viele Angehörige bemerken die ersten Veränderungen erst, wenn die Haut bereits deutlich gereizt ist.

Typisch sind großflächige Rötungen im Bereich des Gesäßes, der Genitalregion oder in Hautfalten. Die Haut wirkt oft glänzend oder feucht. Manche Stellen nässen bereits oder zeigen kleine oberflächliche Hautverletzungen.

Viele Betroffene berichten über:

    • Brennen
    • Juckreiz
    • Schmerzen
    • ein unangenehmes Hautgefühl

Menschen mit Demenz oder eingeschränkter Kommunikation können diese Beschwerden oft nicht benennen. Angehörige bemerken stattdessen häufig:

    • vermehrte Unruhe
    • Abwehr beim Waschen
    • häufiges Kratzen
    • Schlafprobleme
    • Schmerzäußerungen beim Sitzen oder Liegen

Wichtig ist: Eine IAD betrifft meist größere Hautflächen und tritt häufig spiegelbildlich auf beiden Seiten des Gesäßes auf.

IAD oder Dekubitus – wo liegt der Unterschied?

Viele Menschen verwechseln eine IAD mit einem Dekubitus. Dabei handelt es sich um zwei unterschiedliche Wunden.

Eine IAD entsteht durch Feuchtigkeit und Hautreizungen. Ein Dekubitus entsteht dagegen durch Scherkräfte und Druck auf das Gewebe in Bereichen mit darunterliegenden Knochen.

Während sich eine IAD meist großflächig im Intimbereich ausbreitet, zeigt sich ein Dekubitus häufig an typischen Druckstellen wie im Bereich des Kreuzbeins, den Fersen oder der seitlichen Hüfte.

Die Unterscheidung ist sehr wichtig, weil beide Erkrankungen unterschiedlich behandelt werden. Eine falsche Einschätzung kann dazu führen, dass die Haut nicht die Versorgung erhält, die sie benötigt.

 

Mehr zum Thema: "Dekubitus"

Warum Angehörige sich keine Vorwürfe machen sollten

Viele Angehörige fühlen sich schuldig, wenn die Haut eines geliebten Menschen wund wird.

Sie fragen sich:

    • „Hätte ich schneller reagieren müssen?“
    • „Habe ich nicht gut genug gepflegt?“
    • „Warum passiert das trotz aller Mühe?“

Diese Gedanken sind verständlich. Tatsächlich entsteht eine IAD jedoch häufig trotz guter Pflege. Denn manche Faktoren lassen sich nicht vollständig beeinflussen.

Dazu gehören beispielsweise:

    • schwere Inkontinenz
    • dünne Altershaut
    • Bettlägerigkeit
    • eingeschränkte Mobilität
    • Demenz
    • chronische Erkrankungen

Deshalb ist es wichtig zu wissen: Eine IAD bedeutet nicht automatisch, dass etwas falsch gemacht wurde! Entscheidend ist vielmehr, die Hautveränderung früh zu erkennen und die Versorgung anzupassen.

Was hilft bei einer IAD?

Je früher gehandelt wird, desto besser. Das wichtigste Ziel besteht darin, die Haut vor weiterer Feuchtigkeit zu schützen und ihr die Möglichkeit zur Regeneration zu geben. Dazu gehört zunächst eine regelmäßige Kontrolle der Haut.

Inkontinenzmaterial sollte rechtzeitig gewechselt werden. Gleichzeitig sollte die Haut möglichst schonend gereinigt werden. Aggressives Schrubben oder starkes Reiben verschlimmern die Situation häufig zusätzlich.

Nach der Reinigung sollte die Haut sorgfältig getrocknet werden. Anschließend können spezielle Hautschutzprodukte helfen, die Hautbarriere wieder aufzubauen und vor weiterer Belastung zu schützen. Dazu gehört zum Beispiel Cavilon Advanced®. 

Ebenso wichtig ist die Auswahl einer passenden Inkontinenzversorgung. Nicht jede Vorlage oder Schutzhose eignet sich für jeden Menschen. Achte immer auf die Bezeichnungen und Darstellungen auf den Produkten. Vielfach wird zum Beispiel die Aufnahmekapazität durch die Anzahl der Wassertropfen symbolisiert. Je mehr „Wassertropfen“ um so aufnahmefähiger ist das Produkt.

Gerade bei wiederkehrenden Hautproblemen lohnt sich eine professionelle Beratung.

 

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Was Du vermeiden solltest

Aus Sorge um den Betroffenen greifen viele Angehörige zu Hausmitteln oder alten Pflegetipps. Nicht alles, was gut gemeint ist, hilft jedoch der Haut.

Problematisch können beispielsweise sein:

    • stark parfümierte Pflegeprodukte
    • aggressive Desinfektionsmittel
    • häufiges Reiben der Haut
    • ungeeignete Feuchttücher
    • Babypuder
    • wechselnde Pflegeprodukte ohne Konzept

Gerade bei einer bereits geschädigten Hautbarriere können solche Maßnahmen die Beschwerden verstärken.

Wann solltest Du professionelle Hilfe holen?

Manche Hautreizungen bessern sich innerhalb weniger Tage.

Es gibt jedoch Situationen, in denen eine professionelle Einschätzung wichtig wird.

Dazu gehören:

    • offene Hautstellen
    • zunehmende Rötungen
    • starke Schmerzen
    • Nässen der Haut
    • fehlende Besserung trotz Pflege

Auch wenn Du unsicher bist, ob es sich um eine IAD, einen Dekubitus oder ein anderes Hautproblem handelt, solltest Du Unterstützung hinzuziehen.

 

                                                    

 

Wie unterstützen die Wundprofis?

Unsere Wundprofis by medical unterstützen Patienten direkt zu Hause oder im Pflegeheim.

Dabei betrachten wir nicht nur die Hautveränderung selbst, sondern die gesamte Versorgungssituation.

Wir prüfen unter anderem:

    • den Zustand der Haut
    • mögliche Ursachen der Hautschädigung
    • die bestehende Inkontinenzversorgung
    • die Mobilität und die Positionierungsmöglichkeiten
    • den Hautschutz
    • die Belastung für Angehörige

Gemeinsam mit behandelnden Ärzten entwickeln wir eine Versorgung, die auf die individuelle Situation abgestimmt ist.

Viele Angehörige empfinden das als große Entlastung. Sie müssen Entscheidungen nicht allein treffen und erhalten feste Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Haut- und Wundversorgung.

 

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Warum frühes Handeln so wichtig ist

Eine unbehandelte IAD kann sich deutlich verschlechtern. Die Haut wird immer empfindlicher und verliert zunehmend ihre Schutzfunktion.

Dadurch steigt das Risiko für:

    • Infektionen
    • Hautschädigungen (unter Umständen mit offenen Hautstellen)
    • Schmerzen
    • zusätzliche Wunden
    • Krankenhausaufenthalte

Je früher die Haut geschützt und die Versorgung angepasst wird, desto besser lässt sich dieser Kreislauf durchbrechen.

Fazit: Wunde Haut durch Inkontinenz braucht Aufmerksamkeit

Eine Inkontinenz-assoziierte Dermatitis ist weit mehr als nur ein „wunder Po". Sie kann die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und Betroffene sowie Angehörige stark belasten.

Die gute Nachricht ist: Wird eine IAD früh erkannt, lässt sie sich meist gut behandeln.

Achte deshalb auf Rötungen, Brennen, Nässen oder Veränderungen der Haut und warte nicht zu lange ab.

Unsere Wundprofis by medical unterstützen Dich direkt zu Hause oder digital per Wundvisite. So erhältst Du schnell eine professionelle Einschätzung und eine Versorgung, die auf die Bedürfnisse deines Angehörigen abgestimmt ist.

Häufige Fragen

Nein. Eine IAD entsteht durch Feuchtigkeit durch Schweiß, Urin oder Stuhl. Ein Dekubitus hingegen entsteht durch Scherkräfte und Druck auf das Gewebe.

Leichte Hautreizungen können sich verbessern. Ohne konsequenten Hautschutz und Anpassung der Versorgung verschlechtert sich die Situation jedoch häufig.

Das hängt vom Zustand der Haut ab. Nicht jede Creme ist geeignet. Die Versorgung sollte individuell abgestimmt und Hausmittel vermieden werden.

Bei frühzeitiger Behandlung können sich die Beschwerden innerhalb weniger Tage verbessern. Schwere Hautschäden benötigen oft deutlich länger.

Wenn die Haut hoch gerötet oder gar offen ist, nässt, schmerzt oder sich trotz Pflege nicht verbessert, solltest du professionelle Unterstützung hinzuziehen.

Uwe Imkamp

Autor

Uwe Imkamp

Geschäftsbereichsleitung ppa. der Wundprofis – Der Pflegedienst

30 Jahre Erfahrung im Gesundheitssystem in Leitungsfunktionen / Aufbau und Betrieb von Wundnetzwerken; Aufbau von Gesundheitsnetzwerken; Realisation von Verträgen der besonderen Versorgung sowie Realisation eines Innovationsfondsprojektes zum Thema „chronische Wunden“; Fachreferent für die Bereiche Wundexperte ICW sowie Fachtherapeut Wunde ICW; Mitinitiator des ICW Wundsiegels