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Pergamenthaut und Hautrisse im Alter: richtig versorgen und vorbeugen

 

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Pergamenthaut ist eine sehr dünne, empfindliche Altershaut, die schon bei leichter Berührung oder kleinen Stößen einreißen kann. Solche Hautrisse werden im Fachjargon auch Skin Tears genannt. Diese Empfindlichkeit entsteht durch die natürliche Hautalterung und ist je nach Hauttyp unterschiedlich ausgeprägt. Eine Überempfindlichkeit und somit eine rasche Neigung zu Hautrissen kann durch Medikamente wie Kortison oder Blutverdünner begünstigt werden. Beim Auftreten solcher Wunden ist es wichtig, die Wunde schonend zu versorgen, den Hautlappen möglichst zu erhalten und die Haut langfristig zu schützen. Wiederholen sich Hautrisse oder heilen sie schlecht, sollte ein Wundexperte mit in die Versorgung eingebunden werden.

Was ist Pergamenthaut – und warum wird die Haut im Alter so dünn?

Viele ältere Menschen entwickeln im Laufe der Jahre eine sehr dünne, trockene und empfindliche Haut. Sie wird oft als Pergamenthaut bezeichnet, weil sie an feines Pergamentpapier erinnert. Die Haut verliert mit zunehmendem Alter an Elastizität und Stabilität. Gleichzeitig wird sie trockener und kann Feuchtigkeit schlechter speichern.

Dadurch können bereits bei kleinen Belastungen Verletzungen entstehen.

Typisch sind:

    • sehr dünne, fast durchscheinende Haut
    • trockene und empfindliche Haut
    • schnelle Blutergüsse
    • kleine Hauteinrisse bereits bei leichter Berührung
    • langsamere Wundheilung

Besonders häufig betroffen sind:

    • Unterarme
    • Handrücken
    • Schienbeine
    • Ellenbogen

Pergamenthaut gehört zum natürlichen Alterungsprozess. Niemand trägt daran Schuld und das ist ein normaler Prozess. Je nach Hauttyp ist dies unterschiedlich stark ausgeprägt.

Warum reißt die Haut im Alter so leicht ein?

Mit den Jahren verändert sich der Aufbau der Haut. Sie produziert weniger Kollagen und Elastin, das Unterhautfettgewebe wird dünner und die Haut verliert ihre natürliche Polsterfunktion.

Dadurch reichen manchmal schon alltägliche Situationen aus.

Zum Beispiel:

    • Anstoßen an einer Tür
    • Festhalten beim Aufstehen
    • Ausziehen eines Pullovers
    • Klebende Pflaster entfernen
    • Unterstützung beim Umpositionieren

Auch bestimmte Medikamente können die Haut zusätzlich empfindlicher machen.

Dazu gehören unter anderem:

    • Kortison
    • Blutverdünner
    • einige Medikamente, die die Haut austrocknen können

Dadurch entstehen Hautrisse oft schneller und Blutergüsse fallen stärker aus.

Was ist ein Skin Tear (Hautriss)?

Ein Skin Tear ist ein Hauteinriss, bei dem sich die oberste Hautschicht teilweise oder vollständig vom darunterliegenden Gewebe löst.

Die Verletzung kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Manchmal bleibt der Hautlappen erhalten. In anderen Fällen fehlt er ganz.

Typische Anzeichen sind:

    • plötzlich eingerissene Haut
    • leichte Blutung
    • schmerzhafte Wunde
    • dünner Hautlappen

Auch wenn die Verletzung oft klein aussieht, sollte sie sorgfältig versorgt werden. Gerade bei älteren Menschen heilt Pergamenthaut deutlich langsamer.

Erste Hilfe: So versorgst Du einen frischen Hautriss richtig

Wenn die Haut eingerissen ist, solltest du ruhig bleiben. Viele Angehörige machen sich sofort Vorwürfe. Dabei entstehen Skin Tears häufig, trotz größter Vorsicht.

Zur Erstversorgung gehört:

    • Blutung vorsichtig stillen
    • Wunde möglichst nicht reiben
    • Hautlappen – sofern vorhanden – vorsichtig in seine ursprüngliche Position zurücklegen
    • geeignete, möglichst silikonbeschichtete Wundauflage verwenden
    • Verband vorsichtig fixieren
    • Wunde regelmäßig kontrollieren

Ziel ist es, den vorhandenen Hautlappen möglichst zu erhalten. Er kann die Wundheilung unterstützen und die empfindliche Wunde schützen.

Diese Fehler solltest Du vermeiden

Gerade bei Pergamenthaut können kleine Fehler die Haut zusätzlich verletzen.

Vermeide deshalb:

    • normale stark haftende Pflaster
    • den Hautlappen abzuschneiden oder zu entfernen
    • kräftiges Reiben
    • alkoholhaltige Desinfektionsmittel ohne ärztliche Empfehlung
    • ruckartiges Entfernen von Pflastern
    • häufiges Wechseln des Verbandes ohne Notwendigkeit

Besonders wichtig ist ein hautschonender Verbandwechsel. Schon das Ablösen ungeeigneter Pflaster kann neue Hautrisse verursachen.

Wie kannst Du Hautrissen vorbeugen?

Nicht jeder Hautriss lässt sich verhindern. Mit einigen Maßnahmen kannst Du das Risiko jedoch bei Dir oder Deinem Angehörige verringern.

 

Haut regelmäßig pflegen

Trockene Haut reißt schneller ein. Eine regelmäßige Hautpflege mit geeigneten Feuchtigkeitscremes oder Lotionen hilft dabei, die Haut geschmeidig zu halten. Hinweis: Hierbei sollten Wasser in Öl  Emulsionen Anwendung finden. Im Bereich der Beine haben sich ureahaltige (harnstoffhaltige) Lotionen als vorteilhaft herausgestellt.

 

 

Die Haut schützen

Hilfreich sind zum Beispiel:

    • langärmelige Kleidung
    • Silikon-Schoner für Unterarme oder Schienbeine
    • weiche Kleidung
    • vorsichtiger Umgang beim Umpositionieren oder bei der helfenden Unterstützung

Stolperfallen vermeiden

Viele Hautrisse entstehen nach kleinen Zusammenstößen.

Deshalb können helfen:

    • ausreichend Platz in der Wohnung
    • gepolsterte Möbelkanten
    • gute Beleuchtung
    • geeignetes Schuhwerk

Auf eine ausgewogene Ernährung achten

Für eine gesunde Haut benötigt der Körper ausreichend:

    • Eiweiß
    • Vitamine
    • Flüssigkeit
    • Mineralstoffe

Auch wenn sich Pergamenthaut dadurch nicht rückgängig machen lässt, kann eine gute Ernährung die Haut und die Wundheilung unterstützen.

Hinsichtlich der Eiweißzufuhr und der Trinkmenge müssen ggf. die Weisungen des Arztes beachtet werden. Dies gilt insbesondere bei Herz- und Nierenerkrankungen oder Lebererkrankungen.

 

Mehr zum Thema: "Ernährung"

Wann solltest du einen Wundexperten einschalten?

Nicht jeder Hautriss muss im Krankenhaus oder sofort ärztlich behandelt werden.

Professionelle Unterstützung ist jedoch sinnvoll, wenn:

    • die Wunde stark blutet
    • der Hautlappen großflächig eingerissen ist
    • die Wunde tief ist
    • sich Rötung oder Schwellung entwickeln
    • Eiter entsteht
    • starke Schmerzen auftreten
    • die Wunde schlecht heilt
    • immer wieder neue Hautrisse entstehen

Auch wenn Unsicherheit bei der Versorgung besteht, kann eine fachliche Einschätzung helfen.

Wie Wundprofis bei Pergamenthaut unterstützen

Unsere Wundprofis by medical unterstützen Sie bei der Versorgung der Wunden direkt bei den Betroffenen zu Hause. Dabei beurteilen wir nicht nur die Wunde selbst, sondern auch die Haut insgesamt.

Wir achten unter anderem auf:

    • den Zustand der Pergamenthaut
    • die Größe und Tiefe des Hautrisses
    • den Hautlappen
    • geeignete Wundauflagen
    • eine möglichst schonende Verbandtechnik
    • Maßnahmen zur Vorbeugung weiterer Hautrisse

Gemeinsam mit dem behandelnden Arzt entwickeln wir eine individuelle Versorgung, damit die Wunde möglichst gut heilen kann und neue Verletzungen vermieden werden.

Vereinbare jetzt eine kostenfreie Ersteinschätzung – unsere Wundprofis beraten Dich persönlich und unterstützen Dich direkt zu Hause.

 

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Fazit: Pergamenthaut ist keine Folge falscher Pflege

Pergamenthaut entsteht durch natürliche Hautalterung und macht die Haut besonders empfindlich. Schon kleine Stöße oder Berührungen können zu sogenannten Skin Tears führen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Angehörige oder Pflegekräfte etwas falsch gemacht haben.

Mit einer schonenden Wundversorgung, geeigneten Wundauflagen, regelmäßiger Hautpflege und einfachen Schutzmaßnahmen lassen sich viele Hautrisse vermeiden oder gut behandeln.

Häufige Fragen

Nein. Pergamenthaut entsteht durch den natürlichen Alterungsprozess. Die Haut wird dünner und empfindlicher. Hautrisse können deshalb selbst bei sehr vorsichtiger Pflege entstehen.

Normale Pflaster können beim Entfernen die empfindliche Haut erneut verletzen. Für Pergamenthaut eignen sich meist hautschonende, möglichst silikonbeschichtete Pflaster oder Wundauflagen besser.

Regelmäßige Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden Pflegeprodukten kann helfen, die Haut geschmeidig zu halten. Welche Produkte geeignet sind, hängt von der Haut und eventuellen Erkrankungen ab. Cremes oder Salben sollten außerdem nur nach professioneller Einschätzung genutzt und nicht direkt in die Wunde gegeben werden.

Viele kleinere Hautrisse können bei einer geeigneten Versorgung gut verheilen. Da die Haut im Alter langsamer heilt, sollten die Wunden regelmäßig kontrolliert und bei Auffälligkeiten professionell beurteilt werden.

Ja. Einige Medikamente können die Haut zusätzlich dünner oder empfindlicher machen oder Blutergüsse begünstigen. Dadurch können Hautrisse leichter entstehen.

Uwe Imkamp

Autor

Uwe Imkamp

Geschäftsbereichsleitung ppa. der Wundprofis – Der Pflegedienst

30 Jahre Erfahrung im Gesundheitssystem in Leitungsfunktionen / Aufbau und Betrieb von Wundnetzwerken; Aufbau von Gesundheitsnetzwerken; Realisation von Verträgen der besonderen Versorgung sowie Realisation eines Innovationsfondsprojektes zum Thema „chronische Wunden“; Fachreferent für die Bereiche Wundexperte ICW sowie Fachtherapeut Wunde ICW; Mitinitiator des ICW Wundsiegels