Für eine professionelle Wundversorgung einer akuten oder chronischen Wunde brauchst Du keinen Pflegegrad. Ein Pflegegrad betrifft Leistungen der Pflegeversicherung und richtet sich danach, wie selbstständig Du deinen Alltag bewältigen kannst. Die medizinisch notwendige Wundversorgung (Häusliche Pflege und Verbandmittel) läuft dagegen in der Regel über die Krankenversicherung und muß ärztlich verordnet werden. Du musst also nicht erst einen Pflegegrad beantragen oder auf einen Bescheid warten, bevor deine Wunde professionell versorgt werden kann. Auch ohne Pflegegrad kannst Du dich direkt bei unseren Wundprofis anmelden.
Wenn eine chronische oder schwer heilende Wunde professionelle Unterstützung benötigt, tauchen bei Betroffenen und Angehörigen schnell viele organisatorische Fragen auf: Brauche ich dafür einen Pflegegrad? Muss ich zuerst einen Antrag stellen? Bezahlt die Pflegekasse die Wundversorgung? Und bekomme ich überhaupt Unterstützung, wenn ich keinen Pflegegrad habe?
Die wichtigste Antwort zuerst: Pflegegrad und medizinische Wundversorgung sind zwei unterschiedliche Dinge. Ein fehlender Pflegegrad bedeutet deshalb nicht, dass Du mit deiner Wunde allein zurechtkommen musst oder erst ein langes Antragsverfahren durchlaufen musst.
Wer zahlt was – Krankenkasse oder Pflegekasse?
Die Verwirrung entsteht häufig dadurch, dass Krankenkasse und Pflegekasse unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Die Krankenversicherung ist für medizinisch notwendige Behandlungen zuständig. Dazu kann auch eine ärztlich verordnete Wundversorgung im Rahmen der häuslichen Krankenpflege gehören. Die professionelle Versorgung einer chronischen oder schwer heilenden Wunde zählt zur sogenannten Behandlungspflege. Ebenso fallen die Kosten, verordneter Verbandmittel, in die Zuständigkeit der Krankenversicherungen.
Die Pflegeversicherung übernimmt dagegen Leistungen, die mit einer bestehenden Pflegebedürftigkeit zusammenhängen. Ein Pflegegrad beschreibt also nicht, wie schwer deine Wunde ist, sondern wie stark deine Selbstständigkeit im Alltag dauerhaft eingeschränkt ist.
Das können beispielsweise Einschränkungen bei der Mobilität, der Körperpflege, dem Anziehen, der Bewältigung anderer alltäglicher Aufgaben und weiterer Punkte sein.
Deshalb kann jemand eine komplexe chronische Wunde haben und keinen Pflegegrad besitzen. Genauso kann ein Mensch einen Pflegegrad haben, ohne eine Wunde zu haben.
Kurz gesagt:
Wundversorgung = Medizinische Behandlung (insbes. Häusliche Krankenpflege) sowie Verbandmittel
Pflegegrad = Eingeschränkte Selbstständigkeit anhand von insges. sechs verschiedenen Lebensbereichen und somit besteht in der Regel ein geringerer oder größerer Unterstützungsbedarf im Alltag.
Beides kann gleichzeitig bestehen, ist aber nicht voneinander abhängig.
Brauche ich einen Pflegegrad für die Wundversorgung?
Nein. Für eine medizinisch notwendige Wundversorgung brauchst Du nicht automatisch einen Pflegegrad. Das ist besonders wichtig, weil viele Betroffene und Angehörige glauben, zunächst einen Pflegegrad beantragen und auf die Entscheidung warten zu müssen. Dadurch kann Zeit verloren gehen.
Wenn Du eine behandlungsbedürftige schwer heilende Wunde hast und Unterstützung bei der Versorgung benötigst, sollte zuerst geklärt werden, welche medizinische Behandlung notwendig ist und wie die weitere Wundversorgung organisiert werden kann.
Gerade bei chronischen und schwer heilenden Wunden geht es dabei um mehr als einen regelmäßigen Verbandwechsel. Auch der Wundverlauf sowie maßgebliche körperliche Rahmenbedingungen sollte kontrolliert, Veränderungen sollten früh erkannt und die Versorgung bei Bedarf angepasst werden.
Unsere Wundprofis by medical unterstützen dich dabei direkt zu Hause und arbeiten eng mit deinem behandelnden Arzt oder auch mitwirkende Pflegedienste zusammen.
Du hast keinen Pflegegrad? Dann musst Du mit der Anmeldung trotzdem nicht warten.
Was bringt ein Pflegegrad zusätzlich?
Auch wenn Du für die Wundversorgung keinen Pflegegrad benötigst, kann ein Pflegegrad sinnvoll sein, wenn Du im Alltag in unterschiedlichen Bereichen dauerhaft Unterstützung benötigst.
Denn eine chronische Wunde tritt häufig gemeinsam mit anderen Einschränkungen auf. Vielleicht kannst Du dich aufgrund deiner Wunde schlechter bewegen, benötigst Hilfe beim Anziehen oder bist bei anderen alltäglichen Aufgaben auf Unterstützung angewiesen.
Ein anerkannter Pflegegrad kann Dir dann zusätzliche Leistungen der Pflegeversicherung ermöglichen. Welche Unterstützung infrage kommt, hängt von deiner persönlichen Situation und deinem Pflegegrad ab.
Wichtig ist deshalb die Unterscheidung:
Die Wundversorgung kümmert sich um die medizinische Behandlung deiner Wunde. Der Pflegegrad beschreibt deinen längerfristigen Unterstützungsbedarf im Alltag.
Du kannst also professionelle Wundversorgung benötigen, ohne pflegebedürftig im Sinne eines Pflegegrades zu sein.
Wann kann es sinnvoll sein, einen Pflegegrad zu beantragen?
Eine chronische Wunde allein führt nicht automatisch zu einem Pflegegrad. Entscheidend ist vielmehr, wie selbstständig Du deinen Alltag noch bewältigen kannst und in welchen Bereichen Du dauerhaft Unterstützung benötigst. Bereiche die im Rahmen der Pflegegradeinstufung bewertet werden sind:
- Mobilität (Aufstehen, Gehen, …)
- Kommunikative und kognitive Fähigkeiten (Orientierung und Sprachfähigkeit)
- Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (Unruhe, Ängste)
- Selbstversorgung / Selbstmanagement (Waschen, Anziehen, Essen, Toilettengang, …)
- Umgang mit Krankheit und Therapie (Medikamenteneinnahme, Wundversorgung)
- Gestaltung des Alltags und soziale Kontakte (Hobbys, Kontakte)
Ein Antrag auf einen Pflegegrad kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn Du aufgrund deiner gesundheitlichen Situation regelmäßig Hilfe bei der Körperpflege, Mobilität oder anderen alltäglichen Aufgaben benötigst.
Wichtig für deine Wundversorgung ist aber:
Du musst die beiden Prozesse nicht nacheinander angehen.
Wenn deine Wunde jetzt professionelle Versorgung benötigt, solltest Du nicht erst auf die Entscheidung über einen Pflegegrad warten. Die notwendige Wundversorgung und ein möglicher Antrag auf einen Pflegegrad können parallel organisiert werden.
Muss der Medizinische Dienst für die Wundversorgung eingeschaltet werden?
Auch hier werden zwei unterschiedliche Prozesse häufig miteinander verwechselt.
Der Medizinische Dienst spielt vor allem bei der Begutachtung für einen Pflegegrad eine Rolle. Dabei wird beurteilt, wie selbstständig Du deinen Alltag bewältigen kannst und wobei Du Unterstützung benötigst.
Du musst also nicht erst durch den Medizinischen Dienst begutachtet werden und einen Pflegegrad erhalten, bevor eine notwendige Wundversorgung organisiert werden kann.
Die medizinische Wundversorgung ist davon zu unterscheiden. Wenn eine Wunde professionell versorgt werden muss, geht es um eine medizinische Behandlung. Dafür kann eine ärztliche Verordnung notwendig sein. Ist die Krankenversicherung der Meinung, dass etwas an Deiner Wundversorgung geändert werden muss, kann sie den Medizinischen Dienst einschalten, um die Versorgungslogik zu beleuchten. Dies ist auch ein ganz normaler Vorgang und zeigt eher das Bemühen um zielorientierte Versorgungssteuerung.
Kann ich Pflegegrad und Wundversorgung gleichzeitig organisieren?
Ja. Das kann sogar sinnvoll sein, wenn neben der Wunde auch ein dauerhafter Unterstützungsbedarf im Alltag besteht.
Stellst Du beispielsweise fest, dass Du aufgrund deiner gesundheitlichen Situation zunehmend Hilfe benötigst, kannst Du Dich um einen Pflegegrad kümmern und gleichzeitig deine professionelle Wundversorgung organisieren. Die Beantragung erfolgt entweder formlos durch Dich selbst oder auf Anraten des Hausarztes bei der Pflegekasse.
Du musst jedoch nicht warten, bis der eine Prozess abgeschlossen ist, bevor Du mit dem anderen beginnst.
Gerade bei chronischen oder schwer heilenden Wunden ist es wichtig, die notwendige Versorgung nicht unnötig hinauszuzögern.
Was passiert, wenn mein Pflegegrad abgelehnt wird?
Die Zusage oder Ablehnung eines Pflegegrades erfolgt auf Basis einer Begutachtung durch einen Gutachter des Medizinischen Dienstes. Auch eine Ablehnung des Pflegegrades bedeutet nicht automatisch, dass deine Wundversorgung nicht stattfinden kann. Denn bei einem Pflegegrad wird beurteilt, ob und in welchem Umfang eine dauerhafte Pflege- bezw. Unterstützungsbedürftigkeit besteht.
Bei der Wundversorgung geht es dagegen darum, welche medizinische Behandlung deine Wunde benötigt. Wenn Du eine chronische oder schwer heilende Wunde hast, die fachgerecht versorgt werden muss, kann diese Behandlung deshalb auch ohne Pflegegrad notwendig sein.
Du solltest eine notwendige Wundversorgung also nicht davon abhängig machen, ob dein Antrag auf einen Pflegegrad bewilligt wird.
Ändert sich die Wundversorgung, wenn mein Pflegegrad steigt?
Nein. Welche Versorgung deine Wunde benötigt, richtet sich in erster Linie nach der Wunde selbst, ihrer Ursache und ihrem Verlauf.
Dabei spielen zum Beispiel die Größe und Tiefe der Wunde, der Zustand des Wundrandes, die Menge des Wundsekrets, mögliche Infektionszeichen und bestehende Grunderkrankungen eine Rolle.
Verändert sich dein Pflegegrad, kann dir das zusätzliche Unterstützung im Alltag ermöglichen. Die eigentliche Wundversorgung sollte aber weiterhin danach ausgerichtet werden, was deine Wunde benötigt.
Wie meldest Du dich bei Wundprofis an – mit oder ohne Pflegegrad?
Wenn Du eine chronische oder schwer heilende Wunde hast, kannst Du dich bei unseren Wundprofis melden – unabhängig davon, ob Du bereits einen Pflegegrad hast.
Wir schauen gemeinsam, wie deine aktuelle Versorgung aussieht und welche nächsten Schritte notwendig sind.
Unsere Wundprofis unterstützen dich unter anderem bei der professionellen Wundversorgung, der regelmäßigen Kontrolle des Wundverlaufs, der Auswahl geeigneter Verbandmaterialien und der damit verbundenen Abstimmung mit deinem behandelnden Arzt.
Dabei kommen unsere Wundexperten direkt zu dir nach Hause. So musst Du dich nicht allein darum kümmern, wie deine weitere Wundversorgung organisiert werden kann.
Fazit: Für deine Wundversorgung musst Du nicht auf einen Pflegegrad warten
Pflegegrad und Wundversorgung werden häufig miteinander verwechselt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben.
Ein Pflegegrad beschreibt, wie stark Du dauerhaft in unterschiedlichen Bereichen auf Unterstützung im Alltag angewiesen bist. Die professionelle Wundversorgung kümmert sich dagegen um die medizinische Behandlung deiner Wunde.
Ein fehlender Pflegegrad sollte deshalb kein Grund sein, eine notwendige Wundversorgung aufzuschieben.
Wenn Du eine chronische oder schwer heilende Wunde hast und nicht weißt, wie die weitere Versorgung organisiert werden soll, unterstützen dich unsere Wundprofis by medical. Wir kommen direkt zu dir nach Hause, begleiten deine Wundversorgung und stimmen uns mit deinem behandelnden Arzt und weiteren beteiligten Akteuren (Pflegedienste) ab.
Häufige Fragen
Nein. Ein Pflegegrad ist keine grundsätzliche Voraussetzung für eine medizinisch notwendige Wundversorgung. Wenn deine Wunde professionelle Unterstützung benötigt, solltest Du deshalb nicht erst auf die Beantragung oder Bewilligung eines Pflegegrades warten.
Nein, nicht wegen eines fehlenden Pflegegrades. Der Medizinische Dienst ist insbesondere für die Begutachtung im Rahmen eines Pflegegradantrags relevant. Die medizinische Wundversorgung ist davon zu unterscheiden.
Ja. Wenn Du dauerhaft in unterschiedlichen Bereichen Unterstützung im Alltag benötigst, kannst Du einen Pflegegrad beantragen und gleichzeitig die notwendige Wundversorgung organisieren.
Eine Ablehnung bedeutet nicht automatisch, dass deine Wundversorgung nicht stattfinden kann. Ob eine medizinische Wundversorgung notwendig ist, wird unabhängig von einem Pflegegrad betrachtet.
Nein. Welche Wundversorgung notwendig ist, richtet sich vor allem nach deiner Wunde, ihrer Ursache und ihrem Heilungsverlauf. Ein höherer Pflegegrad kann dir jedoch zusätzliche Unterstützung im Alltag ermöglichen.