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Wunde beim Angehörigen entdeckt? So kannst du helfen!

 

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Das Wichtigste auf einen Blick

  • Bleib ruhig und schau dir die Wunde aufmerksam an.
  • Beobachte in den nächsten Tagen, wie sich die Wunde entwickelt.
  • Halte die Wunde sauber und schütze sie mit einer geeigneten Wundauflage.
  • Wenn du unsicher bist oder sich die Wunde verändert, hole medizinischen Rat ein.
  • Besonders bei älteren Menschen gilt: Je früher eine Wunde richtig versorgt wird, desto besser sind die Chancen, dass sie gut abheilt.

Wunde beim Angehörigen entdeckt? So kannst du helfen

Ein Ratgeber für Angehörige

Manchmal entdeckt man es ganz nebenbei. Beim Besuch am Wochenende, beim gemeinsamen Kaffee an Ostern oder wenn man beim Anziehen unterstützt. Plötzlich sieht man eine Wunde am Bein, Fuß oder Arm deines geliebten Angehörigen.

Viele Menschen erschrecken in diesem Moment. Schnell tauchen Fragen auf: Ist das gefährlich? Muss ich sofort etwas tun? Hätte ich das früher bemerken müssen?

Diese Unsicherheit ist völlig normal. Wichtig ist vor allem: Du hast hingeschaut! Genau das ist der erste wichtige Schritt. Denn gerade bei älteren Menschen sollten Wunden aufmerksam beobachtet werden.

Wir bei den Wundprofis wollen dir helfen zu verstehen, was du tun kannst, wenn du bei einem Angehörigen eine Wunde entdeckst und wie du Betroffene unterstützen kannst.

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Warum Wunden bei älteren Menschen besondere Aufmerksamkeit brauchen

Mit zunehmendem Alter verändert sich auch die Haut. Sie wird dünner, empfindlicher und reagiert schneller auf Druck oder kleine Verletzungen. Gleichzeitig heilt die Haut oft langsamer als in jüngeren Jahren – das ist ganz normal.

Viele ältere Menschen leben außerdem mit Erkrankungen wie Diabetes oder Durchblutungsstörungen. Diese können dazu führen, dass die Haut schlechter versorgt wird und Wunden länger bestehen bleiben. Solche Vorerkrankungen sollten unbedingt beim Haus- oder Facharzt besprochen werden!

Aus einem kleinen Kratzer kann so manchmal eine Wunde entstehen, die über Wochen bestehen bleibt und einfach nicht heilt oder sogar schlimmer wird. Deshalb lohnt es sich, Veränderungen früh zu bemerken und ernst zu nehmen.

Akute und chronische Wunden – ein wichtiger Unterschied

Nicht jede Wunde ist automatisch ein Grund zur Sorge. Viele Verletzungen entstehen plötzlich und heilen von selbst wieder ab. Man spricht dann von akuten Wunden. Dazu gehören zum Beispiel kleine Schnitte, Kratzer oder Schürfwunden.

Anders ist es bei chronischen Wunden. Diese Wunden heilen über längere Zeit nicht oder verschlechtern sich sogar. Häufig spricht man von einer chronischen Wunde, wenn sie auch nach mehreren Wochen noch nicht abgeheilt ist.

Typische Beispiele sind das sogenannte offene Bein, Druckstellen durch langes Liegen oder Sitzen oder Wunden am Fuß bei Diabetes. Gerade ältere Menschen sind häufiger von solchen Wunden betroffen.

Du hast eine Wunde entdeckt – was jetzt helfen kann

Wenn du bei einem Angehörigen eine Wunde entdeckst, hilft es zunächst, ruhig zu bleiben und die Situation genauer anzuschauen. Nimm dir einen Moment Zeit und betrachte die Stelle aufmerksam. Ist die Haut nur oberflächlich verletzt oder handelt es sich um eine offene Wunde? Ist die Umgebung gerötet oder geschwollen? Tritt Flüssigkeit aus?

Diese Beobachtungen können später wichtig sein, wenn medizinischer Rat eingeholt wird.

Bei kleineren Wunden kann es helfen, die Stelle vorsichtig zu reinigen. Wichtig ist dabei vor allem, dass deine Hände sauber sind und eine sterile Wundauflage verwendet wird. Viele Hausmittel sind jedoch nicht geeignet. Alkoholhaltige Lösungen oder verschiedene Salben können die Haut zusätzlich reizen und die Wundheilung stören.

Wenn du unsicher bist, ist es völlig in Ordnung, zunächst nichts weiter zu tun und dich beraten zu lassen.

Jetzt Hilfe holen

Beobachte die Wunde in den nächsten Tagen

In den folgenden Tagen lohnt es sich, die Wunde regelmäßig anzuschauen. Viele kleine Verletzungen heilen problemlos ab.

Manchmal verändert sich eine Wunde jedoch. Sie kann größer werden, stärker gerötet sein oder beginnen zu nässen. Auch Schmerzen oder ein unangenehmer Geruch können ein Zeichen dafür sein, dass etwas nicht stimmt.

Spätestens dann solltest du ärztlichen Rat einholen oder dir einen Wundprofi zur Unterstützung suchen. Je früher eine Wunde richtig versorgt wird, desto besser sind die Chancen, dass sie gut abheilt.

Wann du unbedingt handeln solltest

In manchen Situationen sollte eine Wunde möglichst schnell medizinisch beurteilt werden. Das gilt zum Beispiel, wenn starke Schmerzen auftreten, Fieber entsteht oder sich die Wunde deutlich verändert.

Auch wenn Eiter austritt oder die Haut stark verfärbt ist, sollte eine medizinische Abklärung erfolgen. Bei Menschen mit Diabetes ist besondere Aufmerksamkeit wichtig, da Wunden hier schneller zu Problemen führen können.

Deine Rolle als Angehöriger

Angehörige spielen oft eine wichtige Rolle, wenn es um Wunden geht. Viele ältere Menschen bemerken Veränderungen selbst nicht sofort oder nehmen sie nicht ernst. Manche möchten auch niemandem zur Last fallen.

Gerade deshalb kann deine Aufmerksamkeit sehr wertvoll sein. Du kannst Veränderungen früh erkennen, Unterstützung organisieren und deinem Angehörigen Mut machen, Hilfe anzunehmen.

Schon kleine Schritte können dazu beitragen, größere Probleme zu vermeiden.

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Warum spezialisierte Wundexperten dir helfen können

Wenn eine Wunde über längere Zeit besteht oder sich verschlechtert, kann es sinnvoll sein, spezialisierte Fachkräfte einzubeziehen. In Deutschland gibt es dafür besonders ausgebildete Wundexperten, zum Beispiel mit der Zusatzqualifikation Wundexperte ICW®. 

Diese Weiterbildung wurde von der Initiative Chronische Wunden entwickelt und vermittelt umfassendes Wissen über die Entstehung, Beurteilung und Behandlung von Wunden. Dazu gehören unter anderem Kenntnisse über Wundheilung, typische Krankheitsbilder, Wunddokumentation, Hygiene und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten.

Das Ziel dieser Qualifikation ist es, Menschen mit akuten und chronischen Wunden fachgerecht zu versorgen und Komplikationen früh zu erkennen.

Auch unserer Wundmanager verfügen über eine solche spezialisierte Ausbildung. Sie kennen sich mit unterschiedlichen Wundarten aus, können die Wunde professionell beurteilen und helfen dabei, die passende Versorgung zu organisieren. Dabei geht es nicht nur um die Wunde selbst, sondern auch um Faktoren wie Druckentlastung, Hygiene, Ernährung oder Grunderkrankungen, die die Wundheilung beeinflussen können.

Für dich als Angehöriger kann das eine große Entlastung sein. Denn du musst nicht allein entscheiden, was richtig ist – unsere erfahrenen Wundprofis begleiten den gesamten Versorgungsprozess.

Fazit

Eine Wunde bei einem geliebten Menschen kann beunruhigend sein. Viele Angehörige fühlen sich in dieser Situation unsicher und haben Angst, etwas falsch zu machen.

Doch du musst diese Verantwortung nicht allein tragen! Aufmerksamkeit, Fürsorge und rechtzeitige Unterstützung können viel bewirken. Gute Wundversorgung kann entscheidend dazu beitragen, dass sich eine Wunde nicht verschlechtert und Betroffene ihren Alltag besser bewältigen können.

Die Wundprofis by medical informieren und unterstützen Patienten und Angehörige dabei, den richtigen Weg zur Versorgung zu finden. Unsere Wundmanager helfen dir dabei, die Versorgung zu organisieren und begleiten Patienten auch zu Hause kostenfrei!

 

Kontaktiere uns kostenfrei

Häufig gestellte Fragen von Angehörigen

Nein. Viele kleine Wunden heilen problemlos. Dennoch solltest du jede Wunde aufmerksam beobachten und bei Zweifeln immer einen Experten hinzuziehen. 

Wenn die Wunde größer wird, Schmerzen entstehen, sie nässt oder nach einigen Tagen keine Besserung sichtbar ist. Sollten Zeichen für eine Infektion auftreten (Schmerzen, Fieber, Eiter etc.) sollte immer sofort ein Arzt aufgesucht werden. 

Eine Wunde, die über mehrere Wochen nicht heilt oder immer wieder auftritt. Oft liegt hier auch eine Grunderkrankung (Diabetes, Durchblutungsstörung etc.) als Ursache vor. Insbesondere bei diesen Wunden können unsere Wundprofis euch kostenfrei unterstützen! 

Ja. Aufmerksamkeit, Beobachtung und Unterstützung bei der Organisation von Hilfe sind sehr wertvoll. Aber du bist nicht allein - wir helfen euch gerne!